Ist die Internetverbindung in meiner Kanzlei schnell genug?

Probleme mit der Geschwindigkeit und Lösungen

Die Internetverbindung – Was ist wichtig?

Um die Digitale Kanzlei effektiv zu betreiben, ist eine schnelle Internetverbindung unabdingbar. Bei den meisten am Markt erhältlichen Anschlüssen wird die maximale theoretische Download-Geschwindigkeit beworben. Es ist zwar schön, wenn eine 50 Megabyte (MB) große Datei schon in weniger als einer Minute auf den Rechner herunter geladen wird (bei einem DSL 16.000-Vertrag). Allerdings geht es beim elektronischen Rechtsverkehr oftmals darum, noch kurz vor Fristende einen Schriftsatz hoch zu laden. Die dafür entscheidende Upload-Geschwindigkeit beträgt bei den meisten Anschlusstypen nur ein Bruchteil der Downloadgeschwindigkeit. Sofern es sich um Textdateien handelt, die vielleicht ein, zwei oder fünf MB groß sind, sollte es normalerweise nicht zu Problemen kommen. Wer aber längere Schriftsätze mit Bilddateien oder anderen großvolumigen Anhängen verschickt, kommt schnell in andere Größenordnungen. Die nachfolgende Tabelle ermöglicht einen groben Vergleich der verschiedenen Möglichkeiten.

Minimaler Zeitbedarf für Datenübertragungen in Minuten (typisiert)

  50 MB
Anschlusstyp Download Upload
ISDN 64 104,0 104,0
DSL 1.000 6,5 52,0
DSL 6.000 1,1 11,5
DSL 16.000 0,5 6,5
VDSL 25.000 0,3 1,3
VDSL 50.000 0,2 0,7
Kabel 100.000 0,1 1,1
MOBIL: UMTS/3G 0,6 4,8
MOBIL: LTE 50.000 0,2 0,7

Diese Angaben basieren auf theoretischen Berechnungen. In der Praxis liegt die erreichbare Geschwindigkeit oft deutlich unter der beworbenen. Die Folge: der Upload eines Schriftsatzes dauert tatsächlich doppelt so lang wie zu erwarten wäre.

Deshalb gilt: Entscheidend is` auf`m Platz!

Überprüfen Sie die Geschwindigkeit Ihres Anschlusses unter Zuhilfenahme einer der online angebotenen Speedtests. Sie finden so einen Test z.B. hier:

HINWEIS: Die BRAK empfiehlt ohne nähere Begründung für den Einsatz des beA eine Datenübertragungsrate von 6000 bit/Sekunde, mindestens aber 2000 bit/Sekunde.

Was kann ich unternehmen, wenn mein Anschluss zu langsam ist?

Falls Sie in der Praxis oder aufgrund der Durchführung eines Speedtest feststellen, dass Ihr Anschluss für Ihre Bedürfnisse zu langsam ist, bieten sich folgende Optionen an:

  1. Fragen Sie Ihren bisherigen Telefonanbieter, ob er Ihnen einen Anschluss mit höherer Geschwindigkeit anbieten kann. Solch ein Upgrade ist oftmals die unkomplizierteste Lösungsmöglichkeit.
    TIPP: Ein großer Anbieter bietet seit 2015 eine sogenannte Hybrid Speedport-Lösung an. Dabei wird ein DSL-Festnetzanschluss mit der Datenübertragung per LTE-Funknetzwerk kombiniert.
  2. Prüfen Sie, ob andere Anbieter Anschlüsse mit höheren Geschwindigkeiten anbieten. Die Unterschiede können auf technischen Umständen, aber auch auf großzügigen werblichen Aussagen der Anbieter basieren. Wenn die DSL-Leitungen vor Ort sehr langsam sind, gibt es u.U. einen Anbieter der das Kabelfernsehnetz oder Glasfaserleitungen (FTTH /FTTC) nutzt. Die Upload-Geschwindigkeit ist bei Kabelfernsehnetz-Anschlüssen allerdings meistens auch nicht besonders hoch.
    TIPP: Nutzen ein Sie ein Vergleichsportal um bequem herauszufinden, welche Möglichkeiten es bei Ihnen vor Ort gibt.
  3. Möglicherweise können Sie per Mobilfunk eine schnelle Internetanbindung realisieren, wenn die Festnetzoptionen nicht ausreichend sind. Die Tarife sind dank Flatrate mittlerweile nicht mehr besonders kostenintensiv. Allerdings wird die Übertragungsgeschwindigkeit in vielen Tarifen gedrosselt, wenn Sie ein bestimmtes Datenvolumen überschritten haben. Als Standard für sehr schnelles mobiles Internet hat sich LTE etabliert. Aber auch mit UMTS bzw. dessen Erweiterung HSPA können Sie brauchbare Datenübertragungsraten erzielen. Per USB-Stick oder LTE-Router können sogar der Bürorechner oder das heimische Netzwerk angeschlossen werden.
    ACHTUNG: Einen Haken hat diese Option leider. Die Mobilfunknetze sind leider oftmals genau dort schwach ausgebaut, wo auch die DSL-Versorgung dürftig ist. Testen Sie am bestem vorab mit einem Smartphone wie gut und wie schnell die Internetverbindung per Mobilfunk an Ihrem Kanzleistandort ist.
  4. Unbequem, aber vielleicht notwendig: Nehmen Sie einen Laptop, einen Chipkartenleser und Ihre Chipkarte und begeben Sie sich an einen Ort mit schnellem Internetzugang. Zumindest für einen Übergangszeitraum kann dies eine Lösung sein. Der Breitbandatlas stellt sehr detaillierte Informationen über die Breitbandversorgung in Deutschland zur Verfügung.
  5. Beschweren Sie sich! Die Bundesregierung hat in ihrer Koalitionsvereinbarung von 2013 angekündigt, dass es bis 2018 in Deutschland eine flächendeckende Grundversorgung mit mindestens 50 Mbit/Sekunde geben soll. Sie können sich vor Ort an Politik und Verwaltung wenden und den Ausbau der Netze fordern. Ein Förderprogramm für den Breitbandausbau vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur wurde gestartet. Außerdem können Sie an der Bedarfsumfrage des Breitbandbüros teilnehmen.