Was kostet (mich) das beA?

Kosten des beson­deren elektro­ni­schen Anwalts­post­fachs

Die Kosten für das beA fallen zum Einen in Form eine Umlage der Bundes­rechts­an­walts­kammer (BRAK) an. Zum Anderen kommen für die meisten Kanzleien dazu noch die Kosten für jeweils mindestens einen Chipkar­ten­leser, eine beA-Karte und Mitar­bei­ter­karten oder Software-Zerti­fikate. Wo noch nicht vorhanden, müssen auch Scanner oder Multi­funk­ti­ons­geräte angeschafft werden. Nicht zuletzt gehört auch ein ergono­mi­scher PC-Arbeits­platz zum Anfor­de­rungs­profil, der aber ohnehin vorhanden sein dürfte. Wer sich vollends auf den elektro­ni­schen Rechts­verkehr (ERV) einlässt, wird aber kaum umhin kommen, entweder eine Kanzlei­software oder zumindest eine Signatur-Software zu verwenden.

Übersicht über die indivi­du­ellen Kosten anlässlich Einführung des beA in Euro (netto)

  einmalig jährlich
BRAK-Umlage   65 - 70
Chipkartenleser 40 - 130  
beA-Karte Signatur   50
Mitarbeiterkarte   13
Software-Zertifikat   5
Signatur-Software 0 - 150  
Duplex-Scanner mit Stapeleinzug ab ca. 300  

Die Gesamt­kosten für das beA

Für die Bereitstellung des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs (beA) erhebt die BRAK nach eigenen Angaben einen jährlichen Beitrag von voraussichtlich 65 bis 70 Euro für jeden der ca. 164.500 Berufsträger von den regionalen Rechtsanwaltskammern. Die Kammern wiederum entscheiden unabhängig voneinander, ob und in welcher Höhe sie diese Kosten an ihre Mitglieder weitergeben.

Insgesamt haben Errichtung bzw. Betrieb des beA also ein Volumen von mindestens 10,7 Millionen Euro pro Jahr. Darin seien die Aufwen­dungen für die Entwicklung der Software sowie für den Betrieb und den Support durch einen Service Desk enthalten, lässt die BRAK verlaut­baren.

Es ist zu hoffen, dass diese Kosten – und damit auch die Umlage – jeden­falls nach der Einfüh­rungs­phase deutlich gesenkt werden können. Offen ist aller­dings, wie sich die Verschiebung des Start­termins für das beA auf die Kosten auswirken wird.

Was spare ich durch den elektro­ni­schen Rechts­verkehr?

Die konse­quente Nutzung des ERV kann schon kurzfristig zu Einspa­rungen führen. Auf den ersten Blick fallen die Sparpo­ten­ziale bei Papier, Druckertinte und Porto ins Auge. Je Umfang der prozes­sualen Tätigkeit in der Kanzlei kann das schon einiges ausmachen.

Aber vor allem ein Umstand wird sich langfristig auszahlen: Die Zeiter­sparnis!

In der anfäng­lichen Umstel­lungs­phase wird die Neuor­ga­ni­sation Zeit kosten. Viele Abläufe werden zunächst etwas länger dauern – oder zumindest länger wirken – aber das spielt sich bald ein. Und danach entfallen das Ausdrucken, Kuver­tieren und Frankieren, der Weg zur Post, das Warten in der Schlange und der Weg zum Gerichts­brief­kasten.

Nicht zu vergessen: ERV ist 24/7 geöffnet. Wer gerne nachts oder am Woche­nende arbeitet, wird das zu schätzen wissen.